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Das Startklarmachen von GÜNTER war immer ein wenig schwierig. Deswegen wollten wir das für die nächste Rakete namens DOERTE (nein, keine Mischung aus DOEner und toRTE, sondern "Device — Originally Engineered for Rocket Thrust Experiments") verbessern. Das größte Problem ist immer das Reinprügeln des Korkens gewesen, denn die Druckfestigkeit des Korkens bestimmt, bei welchem Druck die Rakete von alleine startet. Das war selbst unter dem Einsatz von Kombi- und Rohrzangen ein gewaltiger Kraftakt. Wir brauchten also einen Auslösemechanismus, der einfach anzubringen ist und auslöst, wann wir wollen. Unser Maschinenbauer hatte dann die clevere Idee das Gardena-System zu verwenden. Bei diesem Gartenschlauch-Stecksystem muss man zum Abziehen des Schlauches einen Plastikring and der Buchse zurückziehen, was dann den Stecker frei gibt. Ideal. Den Stecker haben wir mit PP-PE-festem-2-Komponenten-Kleber and die PET-flasche geklebt (Dazu musste erstmal das Gewinde abgefeilt werden, aber der Maschinenbauer an sich macht so was ja gerne. (Das Foto zeigt übrigens den eindrucksvollen Rauch, der sich wegen der Abkühlung durch den massiven Druckabfall bei jedem Start einer Wasserrakete bildet.)


Das obrige Foto zeigt ein Foto der Gardena-Startrampe. Ein billiges, aber vor allem leicht und stabiles 40mm Abwasserrohr wird benutzt um die Gardena-Kupplung nach unten zu drücken und damit den Stecker und die Rakete frei zu geben. Das System funktioniert grandios gut, wenn man drauf achtet, dass der Dichtungsring des Steckers auch noch an seinem alten Platz ist. Das untere Foto zeigt, was der Nachteil der ganzen Sache ist:


Die Rakete fliegt nicht mehr grade. Und auch nicht so hoch. Mit anderen Worten: DOERTE hat viel weniger drauf als es GÜNTER hatte. Warum? Nun, hier muss man abermals in die Physik abtauchen: Mit Wasser gefüllt ist die Rakete unten schwer und oben leicht. Das ist prinzipiel ein aerodynamisch unstabiler Zustand — man denke nur an einen Dartpfeil: Der ist vorne schwer und hinten leicht! Bei GÜNTER war das wahrscheinlich nicht so ein Problem, weil dieser Zustand nur sehr kurzzeitig vorhanden war, weil das Wasser die Rakete sehr schnell verlassen hat. Der Durchmesser des Gardena-Steckers ist aber viel kleiner als die Öffnung der Flasche! Das Wasser tritt also langsamer aus, und die Zeit, in der die die Rakete aerodynamisch instabil ist, ist viel länger. (Vorsicht: Das sind mal wieder die Gedanken eines E-Technikers, der von Luft-und-Raumfahrt keine Ahnung hat. Solltest Du es besser weisst, dann schreib mir bitte!) Zumindest habe ich schon mal eine Idee, wie man die Startrampe ohne Gardena-Nozzle bauen kann, aber das kommt später...
Eines ist zumindest Gewiss: Die Gardena-Kupplung ist drucksicher. Zumindest drucksicherer als die 2-Liter-Lidl-Cola-die-es-nur-in-Holland-gibt-Flaschen. Und wer es nicht glaubt, der schaue mal in dieses Video rein:

GardenaExplosion (17MB)
Explodierende Wasserrakete (17MB)

Marc fasst es sehr nüchtern — aber durchaus zutreffend — zusammen: "OK, 11 Bar hält sie nicht aus." Dieses Video finde ich so cool, dass ich es sogar auf YouTube veröffentlicht habe. :)
Was lernen wir nun daraus? Die nächste Rakete wird entweder stabiler (Mehrweg-PET oder Glasfaserverstärkt und nicht mehr von dem Gardena-System beschränkt.

To be continued...