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KaestchenMit Hilfe einer Kerze und Zahnarztbesteck (endlich mal von der stumpfen Seite betrachtet) haben wir also verschiedene spezielle Wachsarten malträtiert, bis daraus die Modelle der Schmuckstücke entstanden sind. Jetzt kommt der männliche Teil der Schmuckherstellung mit flüssigem Metall und so, harr, harr, harr — an dem ich aber leider nicht teilhaben durfte, denn der spielt sich in irgendeinem der unendlichen Gänge des Klinikums ab: Meine liebe Nachbarin versah den Ring mit Gusskanälen — ebenfalls aus Wachs - und betonierte das Ganze nach bester Mafiamanier in einem Gipsklotz ein. Nach dem Trocknen konnte sie nun das Wachs durch starkes Erhitzen herausfließen lassen. Schmucksilber — es hat einem Chromanteil von 4% (Vanadium ist aber leider nicht dabei :) ) wurde in einem Induktionsofen geschmolzen, der sich wie die Gipsform in einer Vakuumkammer befand. Durch das anschliessende gießen im luftleeren Raum können sich so keine Luftblasen bilden. (Alle Maschinenbauer mit absolviertem Gießereipraktikum werden sich jetzt sicher denken: "Ja, so geht es natürlich auch..." ;) )

Erkaltet kann der Rohling aus dem Gips gemeißelt und die die Gußkanäle entfernt werden, aber bevor ich die Stücke der Herzensdame überreicht konnte ist noch mal Fleißarbeit angesagt: Stundenlang hat meine arme Nachbarin gefeilt, geschliffen und poliert, aber es hat sich meiner Meinung nach durchaus gelohnt (Man beachte bitte, dass durch die starke Vergrößerung ein Kratzer oder eine Unebenheit von einem Millimeter auf den Bildern in Wirklichkeit gerade mal 100 Mikrometer groß ist!)

An dieser Stelle noch mal einen großen Dank an Marie für die ganze Arbeit!