Im Jahre anno 1999 schickte ich folgende E-Mail an die Freunde unserer kleinen Studenten-Wohngemeinschaft:
Das Millennium ist nahe und damit auch das einjährige Bestehen des Motivationcenters Aachen — Unsere WG. In den ganzen Jahresrückblicken (und dieses Jahr wird man ja besonders damit bombardiert) werden alle möglichen Statistiken gezeigt und erläutert. "Au fein" dachte ich mir — das machen wir auch! Und dem Flaschenöffner liegt ja ein Karton zum Auffangen der Kronkorken.
Die Messmethode ist einfach: In einen Probebehälter passen 170 Kronkorken. Er hat ein Volumen von 857,4 cm^3. Der Karton ... Blablabla ... Grundfläche ... blablaba ... Füllhöhe ... blablabla ... ergibt eine Anzahl von ca. 1740 Kronkorken (Dies sind sogar noch zu wenig, da sich in dem großen Karton die Korken mit der Zeit besser Überlagern konnten als in dem Probebehälter — aber egal). Nun der noch fehlende Monat Dezember dazugerechnet ergibt nach einem Jahr Motivationcenter AC:
(Trommelwirbel)
- 1900 Kronkorken.
- 1900 Flaschen Bier (und zwar die 0,5er Flaschen - was anderes trinkt man hier nicht).
- 95 Kisten.
- knapp 2000 DM für den Spaß.
- 950 Liter des köstlichen Gebräus.
- macht durchschnittlich 5 Flaschen pro Tag. (was eine Flasche pro Tag und Bewohner ergibt - wenn man Atze dazuzählt :))
- ergibt 19 "50-Liter-Faesser"
- Würde man die 0,95 m^3 Gerstenkaltschale in meinem Zimmer (ohne Möbel und geschlossenen Türen) auskippen, dann holt man sich bei einer Füllhöhe von ca. 6 cm durchaus nasse Füße
- Auf unserem kleinen Balkon passen 6 x 5 Kisten nebeneinander, was bedeutet, dass man immer mit 3 Lagen noch nicht ganz auskommt.
- Alle Kisten übereinander gestapelt ergäbe einen Turm von 25,6 Metern - was, wenn man bedenkt, dass unser Haus gerade Mal ca. 8 Meter hoch ist, doch eine Schwindelerregende Höhe ist.
- Die Flaschen aneinander gelegt würden mit knapp 500m mehr als einmal um das ganze Wohnheimsgelände gehen.
Ich könnte noch Stunden so weitermachen (Wie viel Liter passen eigentlich in eine Badewanne?). Ich möchte an dieser Stelle allen danken, die mitgeholfen haben, diese Zahlen zu erreichen.
Mein guter Vorsatz fürs nächste Jahrtausend ist sicher allen klar: Was soll ich denn in meinem Zimmer einen Swimmingpool einrichten, in dem man noch nicht schwimmen kann?!?
Also! Machen wir weiter so! Vielleicht bekommen wir dann ja eines Tages wenigstens unser Bierdiplom.
Ich zähl auf Euch,
boernson.
Nachtrag (4 Jahre später):
Wir haben das aber natürlich nicht alles alleine gesoffen. Oft gab es Besuch, den wir immer schön durchgefüttert haben. Man sieht schon an dem Betrag von 2000DM (=1000€), dass dies kein Pappenstiel war. Wir haben uns also irgendwann entschlossen eine Strichliste zu machen. Jeder kann trinken, so viel er will — muss aber einen Strich machen und später entsprechend Bier ranschaffen — worauf die Striche durchgestrichen werden. Dies ist der Endstand der Liste bei meinem Auszug (und danach hat sich auch nichts mehr getan):
Ja, das sieht nicht gut aus! Da sollten jetzt einige Leute ins Grübeln kommen! Saufschulden sind Ehrenschulden, meine Herren! Mein Vorschlag um deren Gewissen zu erleichtern ist Folgender: Wenn Peter nächsten Monat als letzter der WG auszieht, sollten wir noch mal eine Party schmeißen. Hierbei bringt jeder mit, was er uns noch schuldet (Welli darf als Einziger Wegbier mit nach Hause nehmen. :)).
|
|
|