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Flaschengeist
Nach ein paar Wochen war endlich Schluss mit dem Geblubber. Die Hefen haben den ganzen Zucker aufgefressen und hatten nichts mehr zu tun. Dieses ist das Zeichen für den nächsten Schritt: Umfüllen in Flaschen. Um genügend Flaschen zur Verfügung zu haben, haben wir im Vorfeld viel Bier trinken müssen. Eine aufopferungsvolle Aufgabe. Da Ariane allerdings ja schon früh von dem Geschenk wusste, hatte sie relativ zufällig in diesem Monat darauf bestanden "Flensburger" Bier zu probieren. Die Flensburger-Flaschen haben den Vorteil, dass sie dank des Bügelverschlusses wieder verschlossen werden können. Auch hat Ariane zufällig ein leckeres Bier aus der Schweiz mitgebracht, welches zufällig auch so einen Verschluss hat, und dessen leere Flaschen man ja nicht mal so eben in Aachen zurückgeben kann. Diese ganzen Flaschen mussten nun erst mal sauber gemacht werden. Das war eine unglaubliche Arbeit. Die Flaschen mussten ja nicht nur sauber, sondern rein werden! Also erst mal in der Badewanne einweichen lassen. Dann die Etiketten abmachen und die Flaschen von außen sauber machen. Dann von innen: Erst mit gewöhnlichem Spülmittel, dann mit Wasser nachspülen. Da wir ja panische Angst von fremden wilden Hefen haben, wuschen wir die Flaschen nochmals mit einem Spezialreiniger - eine richtige Chemiekeule. Alleine das Auswaschen dieses Reinigers hat wieder ewig gedauert.
Das Abfüllen in Flaschen hat aber noch einen anderen Grund: Die 2. Gärung. Bis jetzt ist ja das ganze Gas durch das Gärröhrchen weggegangen. Ein Bier sollte aber Kohlensäure enthalten, sonst sprudelt es nicht so schön. Diese Kohlensäure ist genau das Gas, welches die Hefen abgeben. Wir müssen nur dafür sorgen, dass es im Bier bleibt. Und das wird gemacht, indem es in Flaschen abgefüllt wird. Damit die Flaschen aber nicht unter zu hohem Druck platzen, dürfen die Hefen nur eine ganz bestimmte Menge an Zucker zum vergären bekommen. Wir wissen — da das Blubbern aufgehört hat — dass zu diesem Zeitpunkt kein Zucker mehr im Eimer ist und können eine genaue berechnete Menge an Zucker hinzugeben. So bekommen wir genug - aber nicht zu viel Kohlensäure ins Bier.
Blasenfrei zapfen
Die Hefe hat sich in dem Eimer so fröhlich vermehrt, dass sie eine ein Zentimeter dicke Schicht am Boden gebildet hat. Diese soll nicht in den Flaschen - auch wenn sie sehr gesund sein soll (es ist nur einfach zu viel). Wir gießen also das Bier vorsichtig in einen anderen Eimer, wobei die Hefe am Boden bleibt und dann ausgewaschen werden kann. Zusammen mit dem neuen Zucker kommt das Bier wieder in den alten Gärbehälter. Auf dem Foto kann man schon gut sehen, dass sich dabei viel Schaum bildet. Dieser würde sich auch bei dem jetzt folgenden Abfüllen in die Flaschen bilden. Durch ein Rohr, das unten durch ein Kugelventil verschlossen ist kann man Flaschen von innen befüllen, wobei keine Luft in der Flüssigkeit eingeschlossen wird und man daher also auch keinen Schaum bekommt. Nachdem das Bier nun endlich an seinem Bestimmungsort war musste es nur noch einige Monate im Keller zu ende gären und noch ein wenig reifen, bis es genießbar ist.
Bewahrer der Etikette
Ein schönes Etikett musste natürlich auch her, damit man die Biersorten anhand der geistreichen Namen auseinander halten kann. Als Motiv habe wurde das Gärröhrchen ausgesucht, weil es so charakteristisch für das Brauen war. Endlich gab es auch mal wieder was zu rendern - hatte ich schon lange nicht mehr gemacht (leider sind die Originaldaten alle durch einen Plattencrash vernichtet - das Bild zeigt den Scan einer Etikette). Als bester Klebstoff hat sich übrigens der Standard-Klebstoff aus der Flasche erwiesen!
Pro-Bier-Abend
Um das Bier zum ersten Mal zu Kosten haben wir Freunde eingeladen und einen "Pro-BierAbend" veranstaltet um das Ereignis gebührend zu feiern.
Und wie schmeckt es nun? Auf jeden Fall ein wenig anders als normales Bier. Ein bisschen säuerlich, erinnert daher an belgisches Bier und an einige Weizensorten. Alles in allem ganz gut und wir waren positiv überrascht.
Die vier selbstgebrauten Biersorten waren nicht die Einzigen Sorten am Pro-Bier-Abend. Zur Freude der Kassiererin im "Dursty" haben wir gleich 17 verschiedene Biere angeboten.

Mindestens genau so glücklich war letztere auch, als wir für unseren ersten Biertest eingekauft haben!
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